Vom Segen der genauen Beobachtungsgabe

Foto: Schwarzer Kater

CC: Farruska / flickr.com

… oder: wozu ein Katzenhalsband nutzen kann.

Vor einigen Tagen klingelte es an unserer Wohnungstür und unser „Obermieter“ wollte von uns wissen, ob die schwarze Katze wohl zu uns gehört, die er im Keller gefunden hat. [WAAAAAH – nein – wir haben WIRKLICH genug Felltragende und das sind alles reine WohnungsmiezerInnen – kurz durchgezählt – alle noch da – sehr viel gelassener dreinblick].

Ich empfahl die Mieterin aus dem Erdgeschoss als nächste Adresse zum Nachfragen. Gestern erzählte dann meine Freundin davon, dass ihr diese Katze erneut begegnet sei. Und die Erdgeschosskatze sei doch bunt und nicht schwarz und außerdem trüge sie kein Glöckchen am Halsband. Heute vormittag hörte ich dann erneut etwas, was verdächtig nach „Mau“ klang.  Und siehe da – eine Fensteröffnung ergab den Blick auf ein schwarzes spitzohriges Wesen. Ein kurzes Schnalzen führte zu einem sehr intensiven Blickkontakt 🙂 – sehr hübsch.

Als Nächstes bemühte ich dann den Drucker, mir ein paar Streifen auszudrucken „Katze gefunden?“. Ausgerüstet mit diesen Streifen samt Tesafilm machte ich mich dann auf den Weg zur Arbeit, nicht ohne vorher nochmal unseren Hof aufzusuchen. Und siehe da – da schaute mich das schwarze Tier erneut an – dieses Mal auf einer Fensterbank sitzend – quasi auf Augenhöhe :). Da mir bekannt ist, dass die fragliche Fensterbank zu einer Frau mit einem Hund gehört, beschloss ich, nun zunächst zu erfragen, ob das evtl. ein hundekompatibler Neuzugang ist, der mir noch nicht vorgestellt wurde ;). Nein.

Derweil probierte ich es mit einer TroFu-Verlockung vom Feinsten, die das Tier jedoch nur mäßig interessierte. Wofür es sich allerdings sehr wohl interessierte, waren die diversen „Komm zu mir“-Gerüche, die ich an mir zu haben scheine 😉 – es wollte dringend schnuppern. Dabei sah ich dann, dass nicht nur ein Glöckchen am Halsband hing, sondern auch eine kleine Adresshülse.

Und – hurra – in der Adresshülse befand sich ein Zettelchen mit dem Hinweis, dass diese Fellnase sehr wohl ein zu Hause HAT – und eine Rufnummer dabei. Nun warte ich auf den Rückruf und bin getrost, dass DIESE Mauzetieraktion sehr wahrscheinlich zu einem glücklichen Ende führen wird. Aber manchmal – da frage ich mich schon, ob ich ein Schild vor mir hertrage „Katzen- und Kater-Retterin – bitte hier klingeln“? Irgendsowas muss es wohl sein …

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7 Antworten zu “Vom Segen der genauen Beobachtungsgabe

  1. Der ist aber süß! Sehr nette Katze:) gefällt mir sehr. Glaube eine echte Katze soll Schwarz sein…:) Cool!

  2. Hallo Widerspenst,
    schön, Dich mal wieder zu „sehen“ 😉 – wenngleich das Blog leider (derzeit) unzugänglich erscheint 😮 – jedenfalls für mich.

    DASS es Screenreader gibt, wusste ich schon. Mir war nur unklar (und ist es noch), ob Lemy WIRKLICH 😉 so etwas nutzt. Oder Du? Ich habe mal anno schnips 😉 damit experimentiert, da war die Qualität der frei verfügbaren Exemplare sehr mäßig und die der zu bezahlenden unbezahlbar (für mich). Aber vielleicht muss ich ja auch nicht alles wissen? Kann sein.

    LG
    Vero samt Kater

    • Hi Vero,

      neee, das Programm kenne ich nicht. Mein „hören“ war mehr im übertragenen Sinne gemeint. Das mit meinem Kompliment war aber wirklich ernst gemeint. Wenn mir beim Lesen eines Textes Bilder im Kopf spontan entstehen, dann ist es wirklich gut geschrieben.
      Ich besuche immer wieder meine Kusine, die einen Kater hat, der auch eine Persönlichkeit ist und der als „Felltragender“ doch immer schön ist, ihn um sich zu haben. Ich frage ihn zwar immer wieder, ob er mir meinen Wunsch erfüllen möchte, eine nasse Katze zu sehen, aber er ist nicht so begeistert und ich mache es natürlich nicht 😉 .

      Herzliche Grüße
      Lemy

  3. Ich habe herzhaft lachen müssen, als ich Deinen Eintrag heute Nachmittag gelesen habe. Kompliment. Du kannst ausgesprochen gut erzählen bzw. schreiben 🙂 . Ich finde es schön, von Deinen Katzenabenteuern zu hören.

  4. Kicher 🙂 – gerade erhielt ich einen entsprechenden Anruf. Wie es aussieht, haben „wir“ derzeit einen Hofkater, der sich bei diversen Mietparteien durchschnorrt bzw. -schnurrt, -frisst.

    Die Rufnummer in der Adresshülse soll dafür sorgen, dass die „eigentlichen“ DosenöffnerInnen sich rühren können – drangemacht hat die Hülse eine der Mietparteien. NOCH gibt es kein echtes glückliches *Ende*, aber besagte Mietpartei ist zumindest sehr bereit, den Kater zu umsorgen, bis eine andere Lösung (?) gefunden ist. Was auch schon mal eine schöne (Zwischen-)Lösung ist.

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