Stinknormaler Durchfall und seine Folgen

SO war das NICHT gedacht heute Nacht! 😦 Nach einem mal wieder etwas „mäkeligen“ Abendessen machte ich mir keine großen Sorgen, weil das ja öfter passiert. Als ich jedoch gegen 1/4 nach 12 in der Nacht eine heftige Geruchsentwicklung registrierte, wurde ich misstrauisch. Sehr kurze Zeit später übergab sich jemand mindestens ebenso heftig, wie es stank.  Also suchte ich den Verursacher und fand einen recht desorientiert da hockenden roten Kater im Flur.

Ein Blick ins kleine Bad ließ mich erschrecken – neben dem KaKlo liegende Stoffwechselendprodukte sowie eine große Pfütze erinnerten mich spontan an die Ereignisse des vergangenen Novembers mit dem zum Herzenskater gewordenen weißen Tier, was meine aktuelle Gelassenheit sehr auf die Probe stellte. Nach einer Reinigungsaktion stellte ich entsetzt fest, dass sich in der gesamten Wohnung kleinere bzw. größere „Kleckse“ fanden – samt einem sich immer wieder bemühenden roten Katers :(.

Das war denn doch zu viel an Wiederholung. Damit war sicher, dass der rote Kater uns einen Ausflug in die Klinik abnötigt. Eine recht groß geratene Buschpflanze unbekannter Herkunft steht abweichend von den letzten Wochen derzeit in unserem Hausflur, die ich verursachend in Verdacht hatte, weil ich den roten Kater vorgestern Abend daran habe knabbern sehen, bevor ich einschreiten konnte. Also flugs noch einen Zweig davon abgerissen und ab in die Klinik mitsamt Kater und Zweig. Details zur Fahrt erspare ich Euch lieber…

Die diensttuende Tierärztin untersuchte ihn, stellte fest, dass er immerhin kein Fieber hat, dass die Schleimhäute in Ordnung aussehen und dass sein Bauch sich auch gut und weich anfühlt. Allerdings gab es Teile von der Pflanze in seinem Enddarm, die beim Fiebermessen zunächst im Weg waren und von ihr beseitigt wurden.

Sie schlug vor, dass sie nun alternativ röntgen könne, um festzustellen, ob er einen (anderen) Fremdkörper in sich trüge oder Blut abnehmen, um der Überlegung Rechnung zu tragen, dass es sich um eine für den Kater giftige Pflanze gehandelt haben könnte. Sie könne damit zwar keine Giftart feststellen, jedoch würden die Nieren- und Leberwerte sich bei der „Einnahme“ von Giftpflanzen verändern. Alternativ könne sie ihm Flüssigkeit unter die Haut geben sowie etwas gegen Durchfall und Erbrechen. Eventuell waren die Blattteile die Ursache und nun braucht er v.a. Zeit und Ruhe und etwas gegen die Übelkeit und den Durchfall?

Ich entschied mich nach der „Gretchenfrage“ von „Was würden Sie tun, wenn es Ihr Tier wäre?“ für letzteres. Die erste Stunde nach der Einnahme war LANG – ich stand vor der Entscheidung, ob ich ihn in einem leicht wischbaren Raum (Badezimmer) mit ausreichend Handtüchern und Decken samt seiner (tragbaren) Lieblingshöhle schlafen lassen sollte oder  bei mir auf dem Sofa. Letztlich habe ich beide Varianten vorbereitet und derweil weiter geputzt, um abzuwarten, wie die Wirkung der Spritzen wäre. Und mich schließlich dafür entschieden, dass wir eine Waschmaschine haben und dass es dem Kater (und mir) besser geht, wenn wir zusammen übernachten. Er ging zögerlich aus dem inzwischen wieder komplett gereinigten (offenen) Transportkorb und sprang sehr direkt aufs Sofa, nachdem ich die Badezimmertür öffnete und offen ließ.

Legte sich auf die Decke und wartete offenbar, dass ich mich ebenfalls ins Bett verfügte. Was ich dann nach einigem Zögern auch tat. Wir fanden beide Platz auf dem Sofa und schliefen wohl auch beide irgendwann. Der braune Kater blieb ausgesperrt und erfreulich ruhig dabei.

In der ganzen Zeit hat er sich allerhöchstens mal kurz gedreht, wich jedoch nicht von seinem Platz. Klar – sollte es ihm deutlich schlechter gehen, fahren wir erneut in die Klinik. Da die Tierärztin jedoch kommentierte, dass er insgesamt einen zwar schlappen, jedoch wachen Eindruck macht und frühestens heute früh Wasser zu sich nehmen sowie ab heute Nachmittag dann gekochtes Huhn mit Reis in kleinen Portionen angeboten bekommen soll, fand ich das auch passend. Schließlich WAR es anstrengend für den armen Kerl – da muss er sich auch ausruhen dürfen. Nun schläft er – hoffentlich – während ich arbeite.

Fazit: Die Pflanze wird katergesichert – entweder mit einem Leinensack oder mit einer Tür zwischen Kater und Pflanze. Dass Durchfall unangenehm 😉 riecht, ist stinknormal. Nur dass er überall in der Wohnung verteilt wird – da ist dann doch ein Klinikbesuch fällig – zumal, wenn das Ganze von Erbrechen begleitet wird. Und falls etwas anderes die Ursache war als diese Pflanze, wird es hier zu lesen sein – wann auch immer.

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5 Antworten zu “Stinknormaler Durchfall und seine Folgen

  1. Pingback: Erfreuliches und Nachdenkliches « Veros Kater

  2. o je, arme Vero, das war ja ganz schön heftig. Was mir spontan eingefallen ist: war die Pflanze neu gekauft oder schon länger in Deinem Besitz? Gekaufte Pflanzen sind oft mit Blattglanzspray oder anderem unnützen Zeugs behandelt, damit sie noch schöner aussehen. Das Zeug ist zwar nicht direkt giftig, aber für Katermägen bestimmt nicht bekömmlich.
    Auch wenn Du sie schon einige Zeit hattest, können noch Reste davon auf den Blättern gewesen sein.
    LG Sabine (mit den 2 20jährigen, die grad den gesamten Bildschirm verdecken.)

    • Danke fürs Mitgefühl. Die Pflanze ist inzwischen identifiziert und heißt Gartenmispel/Photinia. Sie war GARNICHT in meinem/unserem Besitz. Irgendwer von den Nachbarn hat sie zum Frostschutz in unseren Mehrparteien-Hausflur gestellt. Frost bekommt sie dort keinen:/ – das ist wahr.
      Laut http://is.gd/hmVUW führt der Verzehr der Früchte zu Durchfall und/oder Erbrechen – ich würde denken, dass die Blätter ein Ähnliches auslösen können. Von den Schatzen ^^ habe ich gerade einen sehr interessanten Link zu diesem Thema bekommen, den ich gleich hier an Ort und Stelle verankere:
      http://www-vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_x.htm

      Es braucht zwar evtl. einiges an Fachwissen wg. der diversen Fremdwörter, aber diese Datenbank scheint mir doch durchaus nützlich zum „Aufbewahren“.

      Und: Vorhin hat der Kater endlich mal wieder etwas gequirles Huhn mit Reis (Hipp-Baby-Kost) zu sich genommen und alles ist drin geblieben. Er döst noch viel, sieht aber deutlich fitter aus als heute früh (oder gar heute ganz früh, als ich ihn aus dem Transportkorb gelassen hatte). Ich gehe davon aus, dass das Schlimmste überstanden ist und dass nun langsam wieder Nahrungsaufnahme angesagt ist. 3 Tage Huhn und Reis oder Huhn und Kartoffel und dann wieder umstellen auf „Normalkost“. Immer vorausgesetzt, dass nix „gegenteiliges“ passiert.

      Erleichterte Grüße an die 20-jährigen Unerzogenen ^^, die sicher nur endlich auch was fressen wollten oder Aufmerksamkeit oder wollten sie Dir eine Pause angedeihen lassen? Wie auch immer. Vero samt Katern…

  3. Hallo Vero,

    wieder mal volles Programm? Ich hoffe, sie hat keinen weiteren Schaden angerichtet, diese Pflanze. Und dann hoffe ich, dass es diese Pflanze war.
    Der rote Kater soll sich gesund schlafen und du bekommst zu Weihnachten von mir ein neues Nervenkostüm *g*.

    LG Annette

    • Ja, so sieht es wohl (leider) aus :(. Könnte es das Nervenkostüm evtl. auch schon zu Nikolaus geben? Oder nachträglich zum Geburtstag oder so? :/ Aktuell schläft der rote Kater, sieht aber eindeutig malade aus, so dass ich sehr hoffe, dass Du mit Deinen Hoffnungen zu 100% Recht behältst. Ich bin gespannt, ob er sich heute nachmittag für das Futter interessieren wird – im Angebot sind „Milupas“ (Biohuhn mit Reis) – durchgequirltes Brei-chen, ein Tütenangebot, was ich nachher noch bei einer Futterkette meines Vertrauens erwerben werde, womit ich „früher“ schon beste Erfahrungen gemacht habe (Markennamen habe ich gerade vergessen) oder ein Suppenhuhn, was den großen Vorteil von Hühnerbrühe bieten würde, die mir auch sinnvollst erscheint. Mal sehen. Ich werde berichten und bedanke mich einstweilen für den Kommentar und die Geschenkankündigung *g*.

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