Tag 2 ohne die Katze

Es war eine schwere Entscheidung. Was unter anderem dazu führte, dass ich weniger bloggte als gedacht. Es gibt angefangene Artikel, die jedoch als Entwürfe „endeten“. Vielleicht wäre es einfacher gewesen, wenn ich Euch gefragt hätte. Es war allerdings schon schwer genug, die unterschiedlichen Ansichten der Heilpraktikerin und der Tierärztin mit denen von den Dosinen in Übereinstimmung zu bringen. So folgt jetzt hier ein längerer textlastiger Artikel mit diversen Wegmarken:

Die Leberwerte der 16-jährigen Katze entwickelten sich seit Monaten schlecht. Ich erwähnte hier auf dem Blog Ende Juni eher „nebenbei“ etwas von unserem Wunsch, die Katze zum Zunehmen bewegen zu wollen. Und hatte bei Twitter Mitte Juni im Anschluss an meinen davor liegenden Artikel den folgenden Tweet gefunden (und weitergeleitet) gehabt:

Katzen päppeln – wenn die Katze zunehmen muss oder keinen Appetit hat http://ow.ly/bxRvN 

Wir haben ziemlich viel von der Liste ausprobiert – leider nur mit sehr begrenztem Ergebnis. Vor 2 Wochen kam die Tierärztin noch einmal ins Haus und kontrollierte neben dem „ganz normalen“ Untersuchungsumfang auch wieder die Blutwerte. Leider wieder mit schlechteren Leberwert-Ergebnissen – dieses Mal für beide Spitzohren.

Nachdem wir die Chrysantheme vom Balkon verbannten (es gibt Listen, die finden sie giftig. Andere lassen sie vermissen.), schien es zunächst wieder besser zu werden. Dann hörte die Katze jedoch vergangene Woche praktisch vollständig auf mit dem Fressen. Wir haben es mit Reconvales Tonicum versucht – flüssige Katzennahrung, die sich via Spritze (ohne Spitze) in die Katze bringen lässt, falls sie das braucht. Leider ebenfalls nahezu ohne Erfolg.

Zwischendrin immer wieder Kontaktaufnahme mit der Tierärztin und der Heilpraktikerin. Die Eine war der Meinung, dass es zwar möglich wäre, via Ultraschall zu einer genaueren Diagnose (Tumor oder nicht) zu kommen. Sie hat jedoch auch dazu kommentiert, dass außer eine OP dann kaum Chancen auf Genesung bestünde und für eine OP stünden die Chancen angesichts ihres durchaus fortgeschrittenen Alters auch nur begrenzt gut. Die Andere wäre entsprechend ihrer Ausrichtung willig gewesen, die Katze mit heilpraktischen Mitteln zu unterstützen. Was jedoch nur von einem Teil der hier Anwesenden für sinnvoll erachtet wurde. Schließlich war ihr so genanntes Komfortverhalten nach wie vor gut: sie putzte sich, sie ging auf die Toilette, sie suchte unsere Gesellschaft. Nur Fressen wollte sie kaum noch. Was bei Wohnungstieren durchaus als erhebliches Alarmzeichen gilt.

Nach vielen Grübeleien und Telefonaten/Gesprächen entschieden wir schlussendlich, dass Abschied nehmen angesagt ist. Weshalb die Tierärztin vorgestern noch ein letztes Mal kam, um sie zu sehen und unsere Entscheidung zu bestätigen. Sie starb (wie auch der weiße Kater und der braune Kater) bei uns. So konnte der rote Kater sich von ihr verabschieden. Und sie  brauchte keine Fahrt mehr in die von ihr so gehasste Praxis über sich ergehen lassen.

Sie fehlt uns. Vielleicht gelingt es mir mal, auch von ihr ein Foto zu diesem Artikel zu stellen. Derzeit ist dies vor allem eins: ein „Bericht“ über die letzte Zeit zu dem, wie es jetzt ist – der zweite Tag ohne Katze. In unserem Herzen behält sie IMMER ihren ganz eigenen Platz. Wir sind dankbar für etwa 16 Jahre ohne auch nur eine „kleine“ Erkrankung. Und traurig, dass diese Zeit zu Ende ist.

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3 Antworten zu “Tag 2 ohne die Katze

  1. Danke für Euer Mit-Fühlen. Wir sind dankbar, dass sie ganz offen-sichtlich beim Gang über die Regenbogenbrücke wesentlich weniger Schmerzen litt als die beiden Kater. Ich bin SICHER, dass uns das eine Lehre ist. Die Entscheidung bleibt schwer. Die Erinnerung bleibt schön. Wir hatten vor allem eine GUTE Zeit miteinander. Das ist jedenfalls auch wahr.

  2. Worte können nur wenig über den Verlust eines Mitbewohners auf vier Pfoten oder zwei Beinen hinweghelfen – ein Verlust ist ein Verlust. Aber behaltet das Schöne des Miteinander in Erinnerung.
    LG
    Lemy

  3. Es tut mir sehr leid, dass Ihr jetzt solch einen Kummer habt. Mir zieht sich alles zusammen, weil ich diesen Kummer so gut nachvollziehen kann, da wir vor fünf Monaten unser heißgeliebtes Moppelchen gehen lassen mußten. Aber denkt immer daran, wieviel Qualen Ihr Eurer Katze erspart habt; sie hat es verdient!

    Alles Liebe und viel Kraft!

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