Anfall im Arm

Ich dachte, ich wüsste inzwischen, was mir mit (m)einem roten Epi-Kater so an Varianten-Reichtum bei seinen Anfällen begegnen könnte – mit immerhin 12 Jahren „Erfahrung“ könnte das doch eigentlich so sein – dachte ich. Bis vorvergangene Nacht – da lernte ich wieder eine neue Variante kennen:

Der rote Kater begann wieder mal des Nachts mit einem Anfall, was die kleine Katze offenbar erschreckte und die bunte Katze dazu brachte, ihn wieder mal dabei anzugreifen. Ich sehe ihr das regelmäßig nach, versuche jedoch dennoch, den roten Kater zu schützen, der sich weder während noch direkt nach einem Anfall selbst schützen kann.

Dieses Mal war es dann so, dass ich ihn einfach mit meinem Körper schützte und das ganz selbstverständlich schien und ebenso selbstverständlich funktioniert hat: mein Arm lag unter ihm, weil ich ihn davor bewahrte, unter ein Regal zu rutschen, was auf der Hochebene steht. Und der Arm blieb dort liegen und ich konnte neben ihm liegen bleiben. Sang ihm – wie sonst auch, wenn ich in der Nähe bin – etwas Beruhigendes vor – das beruhigt mindestens mich und wird auch empfohlen in solchen Situationen als potentiell beruhigend für den Zeitraum während und nach dem Anfall. Und konnte so quasi „fellnahe“ mitbekommen, wie sich der Anfall anfühlt.

Sonst habe ich vorwiegend Angst davor gehabt, dass er mich bei einem solchen nächtlichen Anfall evtl. mehr oder minder schwer verletzen könnte. Es handelt sich bei Epilepsie ja um eine Krankheit, in der das daran akut kranke Lebewesen mehr oder minder heftige Muskelkontraktionen hat, ohne darüber befinden zu können, was es dabei evtl. „trifft“. Im Klartext: würde der Kater in meinem Arm liegend einen Anfall bekommen, könnte es geschehen, dass er mich mit seinen Krallen z.B. am Auge verletzt. Das war dieses Mal irgendwie anders: Er hat mich – wie schon öfter – mit seinem Anfall aus dem Tiefschlaf geholt, aber wie schon immer zum Anfallsbeginn nicht in meinem Arm, sondern neben mir gelegen. Und dieses Mal schien es einfach richtig, dass ich ihn dann während des Anfalls quasi in den Arm nehme. Ja – ich weiß auch, dass so etwas gefährlich sein kann. Berichtenswert aber durchaus auch – finde jedenfalls ich.

Es blieb dieses Mal mal wieder bei einem „einfachen“ Anfall – weder folgte ein Zweiter noch gar mehr als ein Zweiter. Worum ich auf jeden Fall dankbar bin: denn obwohl ich inzwischen schon diverse Arten von Anfällen erlebt habe – ich habe bisher vom so genannten Status Epilepticus NUR lesen und noch nie auf Anzeichen reagieren müssen.

Die Tierärztinnen, mit denen wir im Laufe der Zeit zu tun hatten, haben alle die regelmäßige Luminaletten-Gabe vorgeschlagen als eine Möglichkeit, mit dieser Krankheit zu leben. Mit der „aktuellen“ Tierärztin bin ich überein gekommen, für den theoretisch denkbaren Not-(an-)Fall ein Medikament griffbereit zu lagern, damit es verfügbar wäre. Ich darf es alle 2-3 Jahre wegen Ablauf des MHD austauschen, um sicher zu sein, dass es auch wirksam wäre. Gebraucht habe ich es – zu unser aller großem Glück – noch nie und ich hoffe sehr, dass das auch so bleibt.

 

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